Chronik des RCM Neuburg

 

1957

Josef Dwucet ist Leiter der Modellbauabteilung bei der Firma Eisen Oswald in Neuburg. Besondere Aufmerksamkeit erregen seine wunderschönen Dekorationen von Modellflugzeugen, -schiffen und anderen Artikeln im Eingangsbereich zum Geschäft in der Weinstraße, die insbesondere in der Weihnachtszeit viele Begeisterte anlocken. Er überzeugt seinen Chef Kurt Munzinger, Modellflieger aus der Stadt und dem Landkreis schriftlich zu einem so genannten „Flugtag“ einzuladen. Man trifft sich am 1. September an der Donau in Höhe des Café Hertlein, um gemeinsam zum Fluggelände bei Herrenwörth zu ziehen (dieses Gelände lag in der Nähe der jetzigen Sportanlage des BSV Neuburg und war auch schon Exerzierplatz des Fünfzehner-Regiments). Das Geschehen dort wird protokolliert und steht uns heute als wertvolles Gründungs-Dokument zur Verfügung.

 

1958

hat der noch junge Verein große Pläne, es soll die Bayerische Meisterschaft für Freiflugmodelle stattfinden. Dafür wird natürlich ein größeres Gelände benötigt. Die Anfrage zur Nutzung des Flugplatzes Zell, der erst am 25.4.1958 von amerikanischer Verwaltung an die Bundesrepublik Deutschland übergegangen ist, wird genehmigt und findet am 12. und 13. Juli 1958 statt.

 

1959

Der Traum der Modellpiloten in diesen Jahren ist, das meist mit viel Zeitaufwand erstellte Flugzeug nicht Wind und Wetter überlassen zu müssen, sondern in irgendeiner Form vom Boden aus steuern zu können. Am 29. August 1959 wird die erste Funkfernsteueranlage des Vereins von der Oberpostdirektion München genehmigt! Diese hat natürlich fast gar nichts mit den heutigen computergesteuerten Anlagen gemein, sondern ist eine Einkanal-Fernsteuerung vom Typ „Bellaphon A“: 1x tippen: Rechtsausschlag, 2x tippen: Linksausschlag, Loslassen: neutral. Es ist offensichtlich, dass hiermit nur eine recht „wackelige“ Steuerung möglich war, aber die Technik entwickelt sich rasend schnell weiter.

 

1961-1964

In den Jahren 1961 – 1964 wird auf verschiedene andere Fluggelände ausgewichen. So sind die Modellflieger abwechselnd an der Monheimer Straße(gegenüber vom Sägewerk Grünwald) und am Eulahof nahe der, damals noch nicht bestehenden Staustufe Bittenbrunn zu finden. Auch die Ostseite des Burgwaldbergs bietet ebenso wie der Sigloher Berg bei Treidelheim eine fliegerische Heimat. 1963 wird Hans Kneidl neuer „Modellflugleiter“, wie damals der 1. Vorstand genannt wurde.

 

1965

Der Landwirt Johann Reichert aus Stengelheim stellt dem Verein ein Stück der Wiese mit der Flur-Nr. 3818 zur Verfügung, das dieser zunächst pachtfrei nutzen kann. Dieses Fluggelände bleibt für 23 Jahre die Heimat der Neuburger Modellflieger.

Edi Kaiser löst Hans Kneidl als 1. Vorstand ab.

Am 27. März erfolgt die Gründung der „Radio Control Modeller Neuburg“. Gemäß Satzung wird nun ein auch zweiter Vorstand nötig, in dieses Amt wird Dieter Hochadel gewählt. Der Schriftführer Karl Gelle stellt dem Verein einen Platz für einen Schaukasten an seinem Geschäft in der Theresienstraße zur Verfügung. Ein neues Vereinslogo wird eingeführt, der legendäre „Geier“.

Mit Wirkung zum 1. Mai 1965 werden die „Radio Control Modeller Neuburg“ in den Luftsportverband Bayern im Deutschen Aero Club als eigenständiger Verein aufgenommen. Die offizielle Mitgliederliste führt zu diesem Zeitpunkt 23 Mitglieder.

1967

Kurt Dammschneider wird neuer erster Vorsitzender des Vereins.

1969

Der Vereinsgründer Josef Dwucet verstirbt am 1. Mai.

1971

erfolgt die nunmehr notwendig gewordene erstmalige Erteilung einer offiziellen Fluggenehmigung durch das Luftamt Süd der Regierung von Oberbayern. Damit ist auch der Weg frei für Großveranstaltungen, die dann in fast jährlichem Rhythmus stattfinden. Diese „Flugtage“ haben mit denen der Gründerjahre nichts mehr gemeinsam, so kommen doch in der Spitze bis zu 2000 Zuschauer.

 

1973

Im Januar wird Karl Fuchs zum ersten Vorstand gewählt.

Die Mitgliederversammlung beschließt im April den Kauf eines Wohnwagens, der als „mobiles“ Vereinsheim in den Saisonmonaten dienen wird. Da der Kaufpreis die flüssigen Mittel des Vereins übersteigt, muss eine Umlage erhoben werden.

 

1975

Karl Fuchs ist neuer erster Vorstand.

 

1977

Im Januar wird Rolf Hanisch zum neuen ersten Vorstand gewählt. Die Mitgliederversammlung ernennt den ehemaligen Vorstand der Jahre 1967-1972, Kurt Dammschneider zum Ehrenmitglied

1979

Adolf Grömmer wird im Januar zum ersten Vorstand gewählt. Die Funktionen des zweiten Vorstands und des Kassiers müssen getrennt werden, dies erfordert die neue Satzung, die für den Eintrag ins Vereinsregister erstellt wurde. Arthur Gottschall ist neuer zweiter Vorstand, Edi Kaiser bleibt weiterhin Kassier.

Der Landwirt Johann Reichert, der das Grundstück für den Flugbetrieb nun unentgeltlich zur Verfügung stellt, wird als Ehrenmitglied in den Verein aufgenommen.

Die Eintragung ins Vereinsregister erfolgt am 29. August. Zu diesem Anlass erhält der RCM Neuburg/Donau, nun mit dem stolzen Namenszusatz „e.V.“ versehen, ein neues Vereinsabzeichen. Die Mitglieder wählen den Entwurf „Neuburger Schloss“ von Helmut Kramer unter mehreren Vorschlägen aus.

Der Wohnwagen, der viele Jahre als „Vereinsheim-Ersatz“ diente, geht am 10. November als Folge einer Brandstiftung in Flammen auf.

 

1983

Peter Schwarz wird zum neuen ersten Vorstand gewählt.

1985

Xaver Riesinger macht erstmals in der Klasse F3D (Pylon-Racing) als Deutscher Vizemeister auf sich aufmerksam.

1986

Im September begeht das Jagdgeschwader 74 sein 25-jähriges Jubiläum. Vereinsmitglieder bauen eine Phantom F-4 im Modellmaßstab mit Jubiläumslackierung und stiften diese für den Mannschaftsraum

Xaver Riesinger gelingt in diesem Jahr sowohl der Gewinn der Internationalen OPS-Trophy, die den Status einer Europameisterschaft hat, als auch der Gewinn der Deutschen Meisterschaft

 

1989

wählt die Mitgliederversammlung Josef Olbrecht zum neuen ersten  Vorstand.

 

1991

Der erste Vorstand der Jahre 1967-1972 und Ehrenmitglied Kurt Dammschneider verstirbt am 29. August.

 

1995

Im März wird „Edi“ Kaiser, ehemaliger Vorstand und langjähriger Kassier des Vereins, zum Ehrenmitglied ernannt.

Willi Kramer wird in der B-Klasse Deutscher Pylon-Vizemeister.

Xaver Riesinger wird als „Caller“ (diesen Ansager benötigt der Pilot, um möglichst exakt um die Wendemarken fliegen zu können) Mannschaftsweltmeister in den USA.

1997

Nachdem die Baugenehmigung für die Startpiste nach einem Jahr endlich erteilt wird, kann mit den Arbeiten begonnen werden. Sie finden ihren Abschluss mit dem Auftragen der Teerdecke am 22. April. Die Stadt Neuburg gewährt einen ansehnlichen Zuschuss zu diesem Projekt.

Am 26. Juli wird das „Bauwerk“ mit einem Gottesdienst am Morgen, begleitet von der Neuburger Stadtkapelle, eingeweiht.

1999

wird Karl-Heinz Daubmeier erster Vorstand des Vereins.

2002

Im April wird der Modellflugplatz vom Luftamt Südbayern für Modelle bis 25 kg Abfluggewicht zugelassen (bisher 20 kg).

Am 16. Mai machen sich der erste und zweite Vorstand, Karl-Heinz Daubmeier und Werner Höpfler, auf den Weg zum Notar und unterzeichnen den Kaufvertrag für das Fluggelände. Der fast 40 lange Jahre gehegte Traum eines eigenen Grundstücks wird wahr. Wieder unterstützen die Stadt Neuburg und viele andere Gönner dieses Projekt. Zahlreiche Mitglieder gewähren ihrem Verein zinslose Darlehen und erleichtern damit die Finanzierung des größten Projekts der Vereinsgeschichte erheblich.

2003

Am 12. und 13. April gibt es wieder eine Ausstellung, diesmal in einem ganz besonderen Umfeld, nämlich in der Präsentationshalle des Autohauses Prüller in Neuburg.

Am 22. Juni wird Hans Vief im fränkischen Herrieden Deutscher Vizemeister für Jet-Modelle in der Klasse „Semi Scale“.

2005

wird Ottmar Heckl neuer erster Vorstand.

Am 24. Juni findet das zweite „Jetmeeting“ für strahlgetriebene Modellflugzeuge in Neuburg statt. Das Zuschauerinteresse ist außergewöhnlich hoch

In den Anfängen der Jet-Fliegerei wird mit so genannten „Impellern“ geflogen, das sind prinzipiell hochdrehende Gebläse im Rumpfinneren, die von Verbrennungsmotoren angetrieben werden. Nachdem aber auch der Elektroantrieb in Hochleistungsbereiche vorgestoßen ist, findet man diese Antriebsart als „Elektro-Impeller“ jetzt wieder vermehrt auf den Flugplätzen

Funktionsfähige Gasturbinen als Strahltriebwerk für Flugmodelle werden seit Mitte der 90er Jahre angeboten

Sie haben dank intelligenter Steuerelektronik eine Zuverlässigkeit erreicht, die es dem Piloten erlaubt, sich voll auf seinen Flug zu konzentrieren. Technisch und fliegerisch werden Grenzbereiche erreicht, allerdings gilt das auch für die Kosten.

Auch die Modell-Fallschirmspringer sind wieder in Neuburg zu Gast, sie tragen ihre 1. Süddeutsche Meisterschaft aus.

2006

Der „Motor der Neuburger Fallschirmbewegung“, Günter Stetter, hat es geschafft: Der Verein bekommt den Zuschlag für die Ausrichtung seiner ersten Deutschen Meisterschaft. 46 Teilnehmer, darunter auch Gäste aus Tschechien und der Schweiz, finden den Weg an die Donau. Günter Wilhelm vom ausrichtenden Verein schafft völlig überraschend den dritten Platz und damit den Sprung auf’s Treppchen. Er erhält seinen Pokal aus den Händen des Schirmherrn Stadtrat Fritz Goschenhofer

Bei der Deutschen Meisterschaft der Großsegelflugmodelle siegt Kilian Lang, Markus Kellerer wird Dritter. Der Deutsche Mannschaftstitel wird ebenfalls gesichert

Xaver Riesinger wird Deutscher Meister im „Reno-Racing“, einer Variante des Pylon-Racings. Der Deutsche Modellfliegerverband DMFV verleiht ihm zudem die goldene Leistungsnadel für seine sportlichen Erfolge

 

2007

heißt es „50 Jahre RCM“. Das Jubiläum wird mehrtägig gefeiert: Der Auftrag ist ein Partyabend im Gründungslokal „Tanzcafé Hertlein“. Es folgen zwei spektakuläre Flugtage, ein ökumenischer Gottesdient und ein Festabend. Zu Gast sind auch Modellflugfreunde aus Israel. Es erscheint eine Vereinschronik, verfasst von unserem Mitglied Dr. Rainer Lange.

2008

Die Stadt Neuburg genehmigt und bezuschusst den Stromanschluss des Geländes. Dazu wird ein 1200 Meter langes Kabel von der Ortschaft Hardt aus bis auf das Fluggelände verlegt.

Unter dem Motto „Vier Luftsportarten – Ein Fest“ findet eine absolut ungewöhnliche Luftsportveranstaltung auf und über dem Neuburger Modellfluggelände statt. Vier Vereine präsentieren die Disziplinen „bemanntes Fliegen“ (Fluggruppe Neuburg und der LSV JG74 „M“), „Fallschirmspringen“ (LSG Burgheim) sowie „Modellflug“ (RCM Neuburg) auf höchst unterhaltsame Art und Weise.

Der Abschlusswettbewerb im European Acro Cup wird im August ausgetragen. Dazu treffen sich Modellkunstflug-Piloten aus ganz Europa in Neuburg.

2009

Zum Saisonauftakt stellt das Autohaus Prüller seine Räume für eine große Modellausstellung zur Verfügung.

Thomas Boxdörfer übernimmt das Amt des 1. Vorstands von Ottmar Heckl.

Die Austragung des European Acro Cups wird im September wiederholt, die 2. Bayerische Meisterschaft der Modell-Fallschirmspringer und das Jetmeeting sind weitere sportliche Höhepunkte.

Eine neue moderne Toilettenanlage wird gebaut. Die Rasenfläche muss komplett saniert werden, Unmengen von Junikäfer-Larven haben die Graswurzeln angefressen. Bei dieser Gelegenheit wird auch mit der Installation einer Beregnungsanlange begonnen.

2010

Die 29. Deutsche Meisterschaft im Modellfallschirmspringen wird ausgetragen.

 

2011

Die Süddeutsche Meisterschaft im Modellfallschirmspringen findet auf dem Vereinsgelände statt, ebenso die Deutsche Meisterschaft des DMFV für Jetmodelle. Auch wird ein Jetmeeting ein voller Erfolg.

Markus Keller und Kilian Lang werden Deutsche Meister im Modellsegelschlepp, Enrico Thäter erkämpft sich zusammen mit seinem Partner Ralph Losemann den Deutschen Meistertitel im Formationsfliegen mit Jetmodellen. holt sich die Deutsche Meisterschaft im Modellfallschirmzielspringen.

Das Fangnetz wird gegen einen massiven Zaun ausgetauscht und das Gelände durch Baumpflanzungen verschönert.

 

2012

Thomas Boxdörfer springt mit seinem Modellspringer für den Fernsehkanal PRO7 in der Sendung „Galileo“ gegen einen „echten“ Fallschirmspringer und gewinnt diesen Vergleich.

Zum 55. Vereinsjubiläum werden wieder ein Jetmeeting sowie ein Flugtag ausgetragen.

Beim „Weltkindertag“ können junge Nachwuchspiloten unter Anleitung ihre ersten Flugversuche machen.

Markus Kellerer, Kilian Lang und Enrico Thäter können ihre im Vorjahr errungenen Titel verteidigen.

Günter Wilhelm gewinnt vor Thomas Boxdörfer und Dominik Winter die European Para Trophy im Modellfallschirmzielspringen.

           

2013

Der Verein richtet die Deutsche Meisterschaft für Jetmodelle in der Kategorie Jet Kunstflug und Sport aus.

Auch wird die Deutsche Meisterschaft im Modellfallschirmzielspringen ausgetragen. Die Neuburger Formation „Bavarian Skydiver“ holt sich dabei den Mannschafts-Meistertitel.

2014

Die Startbahn wird saniert und erhält eine neue Deckschicht samt Beschriftung.

Ein manntragendes Segelflugzeug „verirrt“ sich bei einer Notlandung auf den Modellflugplatz.

Günter Wilhelm wird die Goldene Ehrennadel des DMFV für seine sportlichen Erfolge im Modell-Fallschirmspringen verliehen.

Es findet der erste Flugtag für Großmodelle statt, der 1500 begeisterte Zuschauer auf das Vereinsgelände lockt.

Bei der Deutschen Meisterschaft im Modellfallschirmzielspringen können die Bavarian Skydiver ihren Titel verteidigen.

 

2015

Unser Ehrenmitglied Erich Hanisch feiert seinen 100. Geburtstag.

Ludwig Bauer wird Deutscher Meister im Modell-Kunstflug der Klasse F3A-X (A-Programm)-

Dominik Winter gewinnt die European Para Trophy im Modellfallschirmzielspringen

Bei der Deutschen Meisterschaft im Modellfallschirmzielspringen verteidigen die Bavarian Skydiver ihren Titel  erneut.

Auf dem Vereinsgelände findet die 1. Europameisterschaft im Modellfallschirmzielspringen statt.

Im Oktober verstirbt Hans Kneidl, der ehemalige Vorstand des Vereins der Jahre 1963-1964.

2016

Im Osten des Geländes wird ein  Abwassertank im Boden versenkt, der bei den Veranstaltungen den sauberen Einsatz eines Toilettenwagens erlaubt.

Im August findet der 2. Großmodellflugtag auf dem Vereinsgelände statt.

Bei der Deutschen Meisterschaft im Modellfallschirmzielspringen können die „Bavarian Skydiver“ ihren Titel  zum vierten Mal in Folge verteidigen.

Dominik Winter gewinnt erneut die European Para Trophy im Modellfallschirmzielspringen.

 

 

 

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